Antworten auf häufig gestellte Fragen zum
neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)
Letzte Aktualisierung: 28.02.2020

Wenn eine an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankte Person
sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines
Mund-Nasen-Schutzes (z. B. eines chirurgischen Mundschutzes)
durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung
anderer Personen durch Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen
entstehen, zu verringern (Fremdschutz).
Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-
Schutz korrekt sitzt. Dieser muss eng anliegend getragen werden
und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Während des Tragens
sollte er nicht (auch nicht unbewusst) verschoben werden. Lassen
Sie sich von einer medizinischen Fachkraft beraten, ob diese Maßnahme
in Ihrem konkreten Fall empfehlenswert ist, welche Maske
für Sie geeignet ist und wie man die Maske richtig anlegt bzw. wechselt.
Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen
eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine
gesunde Person, die ihn trägt, verringert. Nach Angaben der WHO
kann das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht
empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Das kann
dazu führen, dass zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene
vernachlässigt werden.

Besteht die Gefahr sich über importierte Lebensmittel,
Oberflächen oder Gegenstände mit dem neuartigen
Coronavirus anzustecken?
Coronaviren, die Atemwegserkrankungen verursachen können, werden
in der Regel über Sekrete des Atmungstrakts übertragen. Gelangen
diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise
das Gesicht berühren, könnte auch auf diese Weise eine Übertragung
stattfinden. Deshalb ist eine gute Händehygiene wichtiger Teil
der Vorbeugung.
Hingegen ist eine Übertragung über unbelebte Oberflächen bisher
nicht dokumentiert. Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus
über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines
Erkrankten gehören, wie beispielsweise importierte Waren, Postsendungen
oder Gepäck erscheint daher unwahrscheinlich. Generell
ist das gründliche Händewaschen ein wichtiger Bestandteil der
persönlichen Hygiene und kann vor einer Vielzahl weiterer Infektionskrankheiten
wie beispielsweise Magen-Darm Erkrankungen
schützen.
Unabhängig davon hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
keine Aufgaben im Bereich der Bewertung von Lebensmitteln
oder Gegenständen. Fragen zu dem Thema gehören in den
Zuständigkeitsbereich des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich.

Was bedeutet es für Deutschland, wenn sich das neuartige
Coronavirus hierzulande zunehmend ausbreiten würde?
Die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus für Deutschland lassen
sich nicht vorhersagen. Sie könnten mit einer schweren Grippewelle
vergleichbar sein: Sollten sich in Deutschland sehr viele
Menschen anstecken, muss auch mit schweren Krankheitsverläufen
und Todesfällen gerechnet werden. Auch Bürgerinnen und Bürger
können dazu beitragen, die Verbreitung des Virus einzudämmen,
indem sie folgende Empfehlungen berücksichtigen:
▶ Sich auf den Internetseiten öffentlicher Stellen, die qualitätsgesicherte
Informationen zum neuartigen Coronavirus anbieten,
informieren. Dies sind beispielsweise die Seiten der Bundes-
und Landesgesundheitsministerien, der Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung und des Robert-Koch-Instituts.
Falls erforderlich, informiert auch das lokale Gesundheitsamt
über die entsprechende Situation.
▶ Keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten.
▶ Eine gute Händehygiene und Husten- und Niesetikette praktizieren.
▶ Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger
nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund
aufzunehmen.
▶ Abstand halten von Menschen, die sichtbar an einer Atemwegserkrankung
leiden, auch aufgrund der andauernden Grippe- und Erkältungswelle.
▶ Generell bei Erkrankungen: nach Möglichkeit zu Hause bleiben.
Weitere Informationen, wie sich jeder Einzelne auf eine COVID-19-Pandemie
vorbereiten kann, stellt das Science Media Center zur
Verfügung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das
neuartige Coronavirus zur Verfügung?
Nicht alle Erkrankungen nach Infektion mit dem neuartigen Coronavirus
verlaufen schwer, auch bei den meisten in China berichteten
Fällen war der Krankheitsverlauf mild. Im Zentrum der Behandlung
der Infektion stehen die optimalen unterstützenden Maßnahmen
entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes. Eine spezifische,
d. h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie
steht derzeit nicht zur Verfügung.

Gibt es einen Impfstoff, der vor dem neuartigen
Coronavirus schützt?
Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung. In China soll Medienberichten
zufolge ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020
in einer klinischen Studie erprobt werden. Wann ein Impfstoff zur
Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar.

Was sollten Personen tun, die Sorge haben, sich
mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben,
oder die aus Regionen zurückkehren, in denen
es zu Übertragungen kommt?
▶ Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen
Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neuartige Coronavirus
SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich
unverzüglich – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben
– an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Das zuständige
Gesundheitsamt kann über eine Datenbank des Robert-Koch-
Instituts (RKI) ermittelt werden.
▶ Personen, die sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen
Risikogebiet aufgehalten haben, sollten – auch wenn sie
keine Krankheitszeichen haben – unnötige Kontakte vermeiden
und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Beim Auftreten von
Krankheitszeichen der Atemwege, sollten sie die Husten- und
Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten und eine
Ärztin oder einen Arzt benachrichtigen. Es ist wichtig, dass Sie
Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zunächst telefonisch kontaktieren.
Weisen Sie in dem Gespräch auf Ihre Reise hin und besprechen
Sie das weitere Vorgehen, bevor Sie sich in eine Arztpraxis begeben.
▶ Für Reisende aus Regionen, in denen Fälle von COVID-19 (das
ist die Atemwegserkrankung, die durch das neuartige Coronavirus
ausgelöst wird) vorkommen, gilt: Wenn Sie innerhalb von
14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln,
sollten Sie zunächst eine Ärztin oder einen Arzt telefonisch
kontaktieren. Weisen Sie in dem Gespräch auf Ihre Reise
hin und besprechen Sie das weitere Vorgehen, bevor Sie sich in
eine Arztpraxis begeben. Zudem sollten Sie unnötige Kontakte
vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben sowie die
Husten- und Niesetikette und eine gute Händehygiene beachten.
▶ Für alle Flugreisenden aus China gilt seit dem 15.2.2020 ein
besonderes Verfahren (siehe Pressemitteilung des Bundesministeriums
für Gesundheit). Unter anderem werden sie befragt, ob
sie Kontakt mit Coronavirus-Infizierten hatten oder sich im
Infektionsgebiet aufgehalten haben. Personen an Bord, die
offensichtlich krank sind oder eine ansteckende Krankheit haben
könnten, müssen gemeldet werden.

Was sollten Personen tun, die vor kurzem an einem Ort
waren, der jetzt unter Quarantäne steht?
Um die Weiterverbreitung des neuartigen Coronavirus bestmöglich
zu verhindern, ordnen Behörden verschiedener betroffener Staaten
an, dass Hotels, Schiffe, Orte, aber auch ganze Regionen für einen
gewissen Zeitraum unter Quarantäne gestellt werden. Dies muss kein

Anzeichen dafür sein, dass es dort zu Übertragungen gekommen ist.
Oftmals handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die nach Ausschluss
eines Verdachts schnell wieder aufgehoben wird.
Wer davon erfährt, dass ein Ort, an dem er sich kürzlich aufgehalten
hat, unter Quarantäne gestellt wurde, sollte sich zunächst über die
Medien (z. B. aktuelle regionale Tageszeitung, lokale Radiosender)
informieren, aus welchem Grund und für wie lange die Quarantäne
verhängt wurde. Oft besteht kein Grund zur Sorge, z. B., wenn der
Erkrankte erst angereist ist, nachdem man selbst schon abgereist
war, oder der eigene Aufenthalt schon 14 Tage oder länger her ist,
ohne dass man Krankheitszeichen entwickelt hat. Wenn weiterhin
die Sorge besteht, dass eine Ansteckung stattgefunden haben
könnte, kann man sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden.
Dieses kann das individuelle Risiko weiter eingrenzen und ggf. Vorsichtsmaßnahmen
empfehlen. Personen, die unter Krankheitszeichen
leiden, sollten zunächst eine Ärztin oder einen Arzt telefonisch
kontaktieren. Weisen Sie in dem Gespräch auf Ihren Aufenthalt an
dem unter Quarantäne stehenden Ort hin und besprechen Sie das
weitere Vorgehen, bevor Sie sich in eine Arztpraxis begeben. Eine
weitere Abklärung kann – je nach Schwere der Krankheitszeichen –
auch ohne Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgen.

Warum müssen Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?
Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland
soll so weit wie möglich verhindert oder zumindest verlangsamt
werden. Hierfür ist es notwendig, die Personen, die Kontakt zu
Menschen hatten, bei denen das neuartige Coronavirus im Labor
nachgewiesen wurde, möglichst lückenlos zu identifizieren und
ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Zeit, die zwischen
einer Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen
(14 Tage) liegt, in häuslicher Quarantäne zu beobachten. In dieser
Zeit ist das Gesundheitsamt mit den Betroffenen täglich in Kontakt,
um den Gesundheitszustand zu beobachten und rasch zu handeln,
falls Krankheitszeichen auftreten sollten. Gleichzeitig werden die
Kontakte der Betroffenen auf ein Minimum reduziert, damit das
Virus im Zweifelsfall nicht weiterverbreitet werden kann.
Für Kontaktpersonen legt das Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete
Vorgehen fest. Zu den Empfehlungen kann gehören, zu Hause
zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten sowie auf eine gute Belüftung
der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände
wie beispielsweise Geschirr und Wäsche nicht mit Dritten
zu teilen, ohne diese zuvor wie üblich zu waschen. Wenn die Möglichkeit
besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werden.
Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte
regelmäßig und gründlich wie üblich gewaschen werden. Das
Einhalten der Husten- und Niesetikette, die Benutzung von

Einwegtaschentüchern beim Naseputzen und regelmäßige Händehygiene
sind wichtig, damit die Viren im Falle einer tatsächlichen Ansteckung
nicht unnötig in der Umgebung verteilt werden.
Angehörige können die Kontaktperson im Alltag zum Bespiel durch
Einkäufe unterstützen. Enger Körperkontakt sollte vermieden werden.
Auch können sie helfen, indem sie für gute Belüftung der Wohn- und
Schlafräume sorgen und auf regelmäßige Händehygiene achten.
Oberflächen, mit der die betroffene Person in Berührung kommt,
wie beispielsweise Tische oder Türklinken, sollten regelmäßig mit
Haushaltsreiniger gereinigt werden.

Was bedeutet die von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) ausgerufene „Gesundheitliche Notlage mit
internationaler Tragweite“?
Die WHO hat am 30.1.2020 festgestellt, dass es sich beim aktuellen
Ausbruch durch das neuartige Coronavirus in China um eine „Gesundheitliche
Notlage mit internationaler Tragweite“ handelt. Die WHO
hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine
Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens
ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung
keine direkten Folgen, da die WHO-Empfehlungen hier bereits
erfüllt sind.

Wo kann ich erfahren, ob eine Reise in ein betroffenes
Land noch sicher ist?
Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen
Amt gegeben. Aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation
in einzelnen betroffenen Ländern sind auf den Länderseiten
des Auswärtigen Amtes im Internet einzusehen.

Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere (Fach-)Informationen zum neuartigen Coronavirus sind auf
den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts zu finden.
Aktuelle Einschätzung zur Sicherheit von Reisenden in betroffene
Regionen gibt das Auswärtige Amt.
Darüber hinaus finden Sie aktuelle Einschätzungen der Lage auf den
Seiten der Weltgesundheitsorganisation.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), einige Bundesländer
und Krankenkassen haben Hotlines für Bürger geschaltet.

Herausgeberin:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Alle Rechte vorbehalten
Diese Bürgerinformationen werden fortlaufend aktualisiert
und kostenlos zum Download angeboten unter
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-SARS-CoV-2.html