Auch Kinder trauern und müssen Verluste von Angehörigen, Freunden oder Haustieren verarbeiten.

Um den Grundschülern das Thema „Tod und Sterben“ näher zu bringen, haben Steffen Naumann und seine Kollegen von der Hospizgruppe Aschaffenburg vor kurzem das Projekt „Hospiz macht Schule“ an die Ivo-Zeiger-Grundschule Mömbris gebracht. Fünf Tage lang beschäftigten sich die 28 Kinder aus der Klasse 3c mit Leben, Sterben, Trauer und Trost, wobei jeder Tag seinen eigenen Schwerpunkt hatte. Mit Geschichten, Filmen, Basteln und Malen wurden die Kinder behutsam an die Themen herangeführt und konnten während der Projektwoche auch ganz ungezwungen Fragen stellen.

Aus Filmen lernten die Kinder, was ein Bestatter macht oder warum ein Toter einen Anzug trägt. So hängten sie dunkle oder helle Wolken auf und konnten dadurch erkennen, dass es im Leben auch schlechte Erlebnisse gibt, dass diese jedoch auch wichtig für Veränderungen im Leben sein können. Mit selbst gemalten Bildern sollten die Schüler ihre Vorstellung von einem Leben nach dem Tod zum Ausdruck bringen. Da gab es u.a. einen Spielplatz, Wolken, das Paradies usw. Wichtig sei, dass sich die Kinder ohne Einflüsse von außen ihre eigenen Gedanken machen könnten, meinten die Verantwortlichen.

Bevor dieses Projekt starten konnte, wurden die Eltern in einem Elternabend von der Hospizgruppe auf das Projekt vorbereitet. Am letzten Tag der Projektwoche präsentierten die Schüler ihren Angehörigen dann ihre Arbeitsergebnisse. Die Idee, das Projekt an die Ivo-Zeiger-Grundschule zu holen, kam von der Großmutter einer Schülerin, die für die Hospizgruppe arbeitet. Zwei bis drei mal im Jahr  können die Ehrenamtlichen der Aschaffenburger Hospizgruppe „Hospiz macht Schule“ organisieren. Für unsere Rektorin, Frau Glaab, passt „Hospiz macht Schule“ auch gut zum Lehrplan, denn der sehe ohnehin vor, dass das Thema „Tod und Sterben“ in den Fächern Religion und Ethik behandelt werde.

Abschließend stellten die Kinder der Klasse 3c fest: „Klar muss man über das Thema reden, aber man braucht keine Angst zu haben.“